Die Gedanken sind frei (Volkslied aus dem 18. Jh.)

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.

Mein Besuch in der Karl Marx-Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier brachte mich auf die Idee, an dieses Lied zu erinnern. Obwohl Karl Marx in seiner Jugend einige Gedichte verfasste, stammt dieses Volkslied nicht aus seiner Feder. Dennoch liegt es nahe, dass er es kannte und bestimmt auch gesungen hat.

Mehr über die empfehlenswerte Ausstellung: https://www.karl-marx-ausstellung.de/home.html

Das Lied: https://www.lieder-archiv.de/die_gedanken_sind_frei-notenblatt_300470.html

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