Krokus von Paul Zech

Mit blauem Krokus hat das Gras
sich bis zum Silberstrand geschmückt.
Die Wellen tauchen aus dem Glas
des Stroms und lächeln so beglückt.

Im Flor des blauen Hauchs gerinnt
der Lärm der schwarzen Stadt.
Ich fühle, wie der schwarze Wind
mir schon die Stirn geglättet hat.

Ich war so müde von dem Radbetrieb,
ich wußte nicht mehr, wie ein Baum
sich in den Himmel ohne Raum

so ungeheuer weit verzweigt.
Ich schlich durch die Gebüsche wie ein Dieb
und habe Keinem mein Gesicht gezeigt.

aus: März, Reclam, Stuttgart, 2013, S. 69

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