Oktober von Heinz Piontek

Oktober du, Stille wird hörbar,
wenn weißer Nebel fällt;
der Geist, wie leicht doch zerstörbar,
an Bild um Bild sich hält:

Jede Färbung erfaßt er,
was reif hier steht und stumm,
nichts aus der Jahreszeit haßt er,
geht auch bei Gräbern um.

Neu ist mir Sinken und Ruhen,
so hab ichs nie gespürt.
Gehe mit raschelnden Schuhen
Wie einer, den man führt.

Nichts muß mehr überlegt sein.
Ein Blau so kühl und steht.
Die goldene Spreu wird der Weg sein:
Fortgehen, kein Winken. Valet.

aus: Der ewige Brunnen, Hg. Ludwig Reiners, 1955 und 2005, Verlag C.H. Beck

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