Variationen im März von Michael Donhauser

Noch und noch säumten die Wellen, was wir
sprachen, da wir sagten, wie lang es her sei, dass
uns hüllte dies Tosen in ein Schweigen oder lei-
ser in die Frage, ob eigen als ein Lächeln uns
bliebe, so zu sehen das Meer, wie es brach als
Brandung und aufsteigend uns berührt als ein
Nieseln, bis abends sich dann golden legte das
Licht ans Ufer oder in die Straßen, wo hupend
tönte und sich staute der Verkehr, dass spiegelnd
zogen als Rauten die Wagen über die Decke un-
seres Zimmers und innig war wie tröstend das
Wissen, unerreichbar für immer zu sein.

aus: Michael Donhauser: Variationen in Prosa,
Matthes&Seitz, Berlin 2013

Endlich ist das Jahr im März angelangt. Und nun ist die richtige Zeit für die wunderbaren Gedichte von Michael Donhauser, den ich in Lesungen in Bonn und Köln schätzen gelernt habe. Seine Lyrik und lyrische Prosa hat einen wunderbaren Rhythmus, beobachtet die Welt, die Menschen und die Natur. Ich werde noch weitere Gedichte vorstellen. Michael Donhauser kommt aus Vaduz und lebt heute in Wien.

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