Rich by John Burnside

He could carry a swarm of bees to the edge of a meadow
and set it down,

or sit in the parlour till dark with his granfather’s bible,
rearding Galatians or Acts while the lights of the village

quickened then faded without him, the church halls
and taprooms
filling wih musik and barter, the shops closing up

on dry goods, white goods,
liquorice in jars.

On nights when he didn’t sleep, he lay awake
in happiness:

a dream he had built from the pallor of 50s snapshots,
faces like cornfields or acres of matinee snow,

the last days of summer or childhood reduced over years
to biscuit ware and alstroemeria,

the same birthdays over and over, the same premonitions,
abandoned bowls of lemonade and rain,

and every day his life would start anew,
simple and incomplete, like those old-fashioned songs

that came on the wireless at teatime, his mother and sister
singing along as the back door opened and closed

on flaked corn and apples, on pine-tar and blackstrap molasses
and field after field of names, to the ends of the earth.

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Rich

Er konnte einen Bienenschwarm bis zum Rand einer Wiese tragen
und dort absetzen,

oder er saß und las im Galaterbrief oder in der Apostelgeschichte in der Bibel
seines Großvaters, während es dunkel wurde und die Dorflichter

zum Leben erwachten und ohne ihn schwanden und Gemeindesäle und Schankstuben
sich mit Musik und Taschgeschäften füllten und hinter abgeschlossenen Ladentüren

Weißware und Kurzwaren zurückblieben,
Gläser mit Lakritz.

In manchen Nächten, als er nicht einschlafen konnte, lag er im Bett und empfand Glück:

ein Traum, den er sich aus verblichenen 50er-Jahre-Fotos geschmiedet hatte,
aus Gesichtern wie Korn- oder Schneefeldern in irgendeiner Frühvorstellung,

in dem die letzten Sommer- oder Kindheitstage sich über die Jahre
auf Schrühware und Inka-Lilien reduziert hatten,

und immer wieder dieselben Geburtstage, dieselben Vorahnungen,
die verwaisten Becher mit Limonade und Regenwasser,

und jeden Tag würde sein Leben von neuem anfangen,
schlicht und unvollständig wie jene altmodischen Songs,

die beim Abendbrot im Radio kamen, während seine Mutter und Schwester
mitsangen und die Hoftür auf- und zuging, hinter der sich

Maisflocken und Äpfel verbargen, Kiefernholzteer und schwarze Molasse
und ein Feld nach dem anderen voll mit Namen bis ans Ende der Welt.

aus: John Burnside, Anweisung für eine Himmelsbestattung, Carl Hanser Verlag, München 2016, aus dem Englischen übersetzt von Iain Galbraith

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