Seepoem von Marion Poschmann

weit hinaus
schwimmen
schwingender, nur in Ausschnitten bekannter Korpus
leichte Beute des Blicks und
auf seinem eigenen Schatten dahingleitend

unter der Haut
empfanden wir die ungedeckten Stellen nach,
weiche Rosetten, wulstig
wie ein aufgeschwemmtes Spiegelbild auf Christbaumkugeln,

überstäubt, gepudert, ein
Spielball der Wellen, der Gischt; deren
plötzlicher Wintereinbruch,
die starken Geruchsspuren eines fernen Bildes

machte sich einbalsamiert auf den Weg,
weiße Fracht, ein Schrein für die
Flüchtigkeit des Gefühls, er
setzte dem Wasser ein inneres Maß entgegen

Marion Poschmann

aus: Marion Poschmann, Grund zu Schafen, Frankfurter Verlagsanstalt, 2004

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